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Was sind die Vorteile vom Tragen?

 

Das Tragen eröffnet eine Vielfalt von Möglichkeiten: Es unterstützt im Alltag, hilft schwierige Situationen zu bewältigen, schafft Freiheit in der Bewegungsmöglichkeit, hält fit und sichert das Grundbedürfnis nach Geborgenheit deines Babies.

Der Mensch ist nicht wie lange angenommen ein Nesthocker, sondern ein Tragling. Neben vielen weiteren positiven Aspekten wird vorallem die gesunde Hüftreifung durch korrekte Trageweise gefördert. Nach Kerstin Uvnäs-Moberg und Maria Petersson (2005) reguliert Berührung und Körperwärme Stress, vermindert das Empfinden von Schmerz, kann Ängste auflösen und fördert den harmonischen Umgang mit Mitmenschen.
Durch den Körperkontakt wird vermehrt das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, welches unter anderem die oben genannten positiven Eigenschaften aufweist.
Tragen fördert das Aufbauen einer Bindung zur Bezugsperson. Das sogenannte Bonding. Dies erlaubt dem Kind, in einem vertrauensvollen Umfeld aufzuwachsen.
"Unter Bindung versteht man ein lang andauerndes, affektives Band zu ganz bestimmten Personen, die nicht ohne weiteres auswechselbar sind und deren körperliche und psychische Nähe und Unterstützung gesucht wird, wenn z. B. Furcht, Trauer, Verunsicherung und Krankheit in einem Ausmaß erlebt wird, das nicht mehr selbstständig zu regulieren ist (Seiffge-Krenke, 2006, S.5).

Wir tragen unsere Babies ganz selbstverständlich ohne Tragetücher- und Hilfen im Alltag, wieso sollte man das nicht mit etwas Nützlichem verbinden und tun, was wir sowieso tun?

 

Textzitat Oxytocin
" Das Nonapeptid Oxytocin, das man ursprünglich von seiner stimulierenden Wirkung beim Geburtsvorgang und Milcheinschuss her kennt, scheint hierbei eine wichtige Rolle zu spielen. Oxytocin kann Antistress ähnliche Effekte, wie z. B. die Senkung des Blutdrucks und der Cortisol-Konzentration hervorrufen. Auch lässt es die Schmerzwahrnehmungsschwellen ansteigen, führt zu anxiolyse-ähnlichen Effekten und fördert verschiedene Arten der freundschaftlichen sozialen Interaktion. Darüber hinaus trägt es zu Wachstum und Heilung bei. Wird Oxytocin wiederholt appliziert, führt dies über die Beeinflussung anderer Transmittersysteme zu lang anhaltenden Effekten. Dieses Wirkungsspektrum macht Oxytocin zu einer klinisch wichtigen Substanz. Oxytocin kann durch verschiedene Arten nicht schädlicher sensorischer Stimulation freigesetzt werden, so z. B. durch Berührung und (Körper)wärme." Kerstin Uvnäs-Moberg and Maria Petersson 2005 S. 57-80.

 

Literaturangaben:
Kerstin Uvnäs-Moberg and Maria Petersson (2005). Oxytocin, ein Vermittler von Antistress, Wohlbefinden, sozialer Interaktion, Wachstum und Heilung/ Oxytocin, a mediator of anti-stress, well-being, social interaction, growth and healing. Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: Band 51, Ausgabe 1, S. 57-80.

Seiffge-Krenke, I.; (2004): Adoleszenzentwicklung und Bindung. In: Streek-Fischer, A.; (2004): Adoleszenz, Bindung, Destruktivität. Stuttgart, Klett-Cotta, S.156-175